Immobilien ersteigern in Deutschland: der Ratgeber
Saalauktionen, Online-Auktionen, Zwangsversteigerungen der Gerichte: Wie Sie aus dem Ausland Schritt für Schritt eine Immobilie bei Auktionen in Deutschland ersteigern.
Drei Wege, eine Immobilie in Deutschland zu ersteigern
Immobilien werden über drei sehr unterschiedliche Wege versteigert. Sie sollten wissen, in welchem Sie sich befinden, bevor Sie bieten.
- Zwangsversteigerungen der Gerichte (Zwangsversteigerung): Das Amtsgericht versteigert die Immobilie eines Eigentümers, der seine Schulden nicht zahlt, oder einer Erbengemeinschaft, die sich nicht einigt. Das ist mit Abstand das größte Volumen. Siehe unseren Leitfaden zu Zwangsversteigerungen.
- Freiwillige Saalauktionen: Spezialisierte Auktionshäuser (Grundstücksauktionen) veranstalten mehrmals im Jahr öffentliche Auktionen in großen Städten. Verkäufer sind Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden oder öffentliche Einrichtungen.
- Online-Auktionen und Ausschreibungen: Einige Plattformen verkaufen mehrere Wochen lang online und schließen mit einer Live-Phase ab. Öffentliche Einrichtungen (Bund, Länder, Gemeinden, Deutsche Bahn, Kirchen) verkaufen oft im Bieterverfahren: Jeder gibt vor einer Frist ein Angebot ab.
Auf Bidorado vereint der Bereich Immobilien diese drei Wege. Jede Anzeige gibt klar an, ob es sich um eine Gerichtsversteigerung, eine Saalauktion oder ein Bieterverfahren handelt.
Kann ein Ausländer kaufen?
Ja. In Deutschland kann eine Privatperson oder eine ausländische Gesellschaft eine Immobilie ohne besondere Genehmigung kaufen. Erforderlich sind ein gültiger Ausweis und bei einer Gesellschaft ein Registerauszug. Die Auktionen finden auf Deutsch statt: Wenn Sie die Sprache nicht sprechen, lassen Sie sich begleiten oder erteilen Sie einer Vertrauensperson eine Vollmacht.
Vor der Auktion: Die Unterlagen der Immobilie
Jede Immobilie wird durch ein Exposé und oft durch Dokumente vorgestellt:
- der Grundbuchauszug: Eigentümer, Lasten, Dienstbarkeiten, Hypotheken;
- der Energieausweis;
- die Mietsituation: vermietet oder leerstehend. Ein bestehender Mietvertrag läuft nach dem Verkauf weiter;
- die Baulasten und der Bebauungsplan bei einem Grundstück;
- bei einer Zwangsversteigerung das Gutachten des Gerichts, das den Verkehrswert festsetzt.
Lesen Sie alles, bitten Sie um eine Besichtigung, wenn möglich, und lassen Sie die Unterlagen bei einem hohen Betrag von einem Fachmann prüfen. Ein Zuschlag ist bindend: Es gibt keine Widerrufsfrist.
Der Tag der Auktion
Im Saal wird laut oder durch ein Zeichen geboten. Bei freiwilligen Auktionen kann oft auch telefonisch, schriftlich oder online geboten werden. Eine Bietungssicherheit oder ein Bonitätsnachweis kann vor dem Bieten verlangt werden: Erkundigen Sie sich vorab nach der genauen Form.
Bei einer freiwilligen Auktion beurkundet ein anwesender Notar den Zuschlag: Er gilt als Kaufvertrag. Bei einer Zwangsversteigerung entscheidet das Gericht über die Zuteilung.
Nach der Auktion
Der Preis muss innerhalb der vereinbarten Frist gezahlt werden, dann fallen Kosten an: Provision des Auktionshauses bei einer freiwilligen Auktion, Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten. Siehe unseren Leitfaden zu den Kaufnebenkosten. Die Eigentumsübertragung wird im Grundbuch eingetragen, sobald Preis und Gebühren gezahlt sind.
Zu vermeidende Fallstricke
- Bieten, ohne das Grundbuch gelesen zu haben: Bestimmte Lasten bleiben an der Immobilie haften.
- Kosten vergessen: Sie kommen zum Zuschlagspreis hinzu.
- Belegung unterschätzen: Ein Mieter bleibt, ein Besetzer kann ein Verfahren verlangen.
- Sich auf Fotos verlassen: Besichtigen Sie oder lassen Sie besichtigen, sobald es möglich ist.
Bidorado verkauft nichts und gibt keine Rechtsberatung: Jede Anzeige verweist auf das offizielle Angebot, das maßgeblich ist.